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Samstag, 16. Oktober 2010

Der Radius wird kleiner

Der Radius wird immer kleiner und die Demenz schreitet rasch fort.
Ich habe Angst vor der nassen Treppe im Bahnhof und fühle mich hoffnungslos verloren im Nahschnellverkehrszug.
Landschaft und Gesichter gleiten vorbei und ich möchte aufstehen und schreien:
Leute, das hier ist kein Zug und keine Straßenbahn! Das ist eine Irrenanstalt und ich bin Euer Arzt!
Ich habe hier zwei Kapseln in meinen Händen - eine rote und eine blaue. Wer von mir die Rote nimmt wacht auf in die Realität und begreift daß er nur Patient ist. Patient in einem Irrenhaus.
Wer aber die Blaue nimmt schläft einfach weiter im rasenden Zug.
Die Realität bietet eine theoretische Chance auf Heilung - auch wenn die Flure der Anstalt trist und kahl sind.
Der Schlaf bietet keine Erleichterung, denn die Welt dreht und dreht sich immer schneller voran - und das Vertraute schwindet mehr und mehr dahin wie ein dünner Rauch im Wind.
Chaos zieht am Horizont herauf, die Ordnung ist nur noch das Recht des Stärkeren.
Irgendwo im Dreck überleben ein paar wenige Menschen. Echte Menschen. Der Rest treibt seelenlos dahin - in den schmutzigen Fluten des bedenkenlosen Konsums und der Zeit....

Montag, 10. August 2009

Die goldene Vergangenheit

Was war das Leben spannend damals - was haben wir gelacht!
Was haben wir gelacht, als wir im Auto vor dem Maulwurf kifften und der Qualm die kleine Kabine völlig vernebelte.
Ja mei, war das lustig.
Wie spannend war das Leben noch, als wir unseren ersten LSD-Trip nahmen und die Musik losging.
Was haben wir gelacht - wie cool haben wir uns gefühlt mit unseren langen Haaren.

Heimlich verschleppt

Neulich nacht hat man mich abgeholt während ich schlief. Irgendjemand ist der Meinung, daß ich besser zur Insel Depressiva passe, als zur Insel Musica.
Als ich die Augen aufschlug, war alles wie immer. Sonnenschein im Garten, die Vögel zwitscherten, aber irgend etwas stimmte nicht an dem Bild. Etwas war falsch daran.
Ich schüttelte den Gedanken ab und machte "business as usual"
Aber alles lief nicht mehr so richtig rund.
Dann bemerkte ich neulich, daß mein Garten aus Wänden von Pappe mit aufgedruckten Fotos von Bäumen und Büschen bestand. Die Vogelstimmen kamen von einem endlos-Tonband.

Die Insel Musica

Neulich ging überraschender Weise ein Schiff von der Insel Depressiva nach Musica. Ich ergriff die Gelegenheit, dort meinen Urlaub fortzusetzen...


Die Insel Musica ist viel schöner als Depressiva. Die Tage sind hell und freundlich und die Nächte nicht so lang.
Es gibt viel Leckeres und leichtes zu essen. Mediterran eben. Der Wein ist rot, schwer und rinnt feurig die durstige Kehle hinab.
Der Rausch aber ist leicht, beschwingt und angenehm. Es gibt keinen Kater am nächsten Tag. Im Gegenteil - man wacht frisch und munter auf und hat den Kopf voller neuer Ideen.
Alte Gitarren restaurieren, die Stereoanlage aufpeppen und ständig neue Melodien verspeisen.
>Ach, das Leben ist wieder eine Lust!
Hier lässt es sich leben, hier könnte ich bleiben... und der Tag der Abreise liegt noch in weiter Ferne!

Urlaub auf Depressiva

Habe lange nix geschrieben
bin im Urlaub auf der Insel Depressiva
die Nächte dort sind lang und dunkel
auch am Tag wird es nur langsam hell
bin irgendwie versunken
auftauchen geht auch nicht so schnell
hab heut nacht mit Gott geredet
das war wunderschön
sein Licht hat schon fast geblendet
als ich glaubte, daß er mir sagen wollte:
nimm Lebertran, mein Sohn!

Samstag, 30. Mai 2009

Schneeflocken





Keine sieht aus wie eine Andere. Es sind alles Unikate. Jede Schneeflocke ist einzigartig und wunderschön.
Es gibt Billionen und Aberbillionen davon. Jedes Jahr. Weltweit. Immer wieder neu erschaffen!

Welch eine wunderbare Kreativität steckt wohl dahinter?

Als Kind war ich ein "Kreativer". Ich hielt mich für ein verkapptes Genie, daß nur noch nicht entdeckt worden war.
Ich hielt mich für einen Erfinder. Manchmal vermischte ich verschiedene Substanzen zusammen wie: Rasierwasser, homöopathische Medikamente, Zucker, Salz und Essig etc. und dachte ich würde vielleicht einen neuartigen Sprengstoff "erfinden".
Ich versuchte das Gemisch mit einem Streichholz anzuzünden, aber nichts passierte. Es gab nie irgendeine Reaktion.

(So ähnlich kommt es mir vor, wenn "Evolutionswissenschaftler" vermuten, daß das Leben entstanden ist, weil irgendein Zufall chemische Elemente willkürlich zusammengemischt hat)

Trotzdem hielt ich mich für etwas Einzigartiges. Ich war jemand Besonderes.
Damals wusste ich nur noch nicht, daß jeder Mensch etwas ganz Besonders ist!
Sind wir nicht viel komplizierter und schöner gebaut worden als eine Schneeflocke?
Nur eine einzige lebende Zelle von Dir ist um ein Vielfaches komplexer und wunderbarer als jede Schneeflocke.

Warum findest Du Dich nicht schön? Bist Du nicht wunderbar gemacht worden?
Ich sehe Dein müdes Lächeln gerade jetzt von
ferne durch den PC-Monitor schimmern.
Ich und schön?

Vielleicht sind wir nur blind geworden. Blind für die Schönheit eines jeden Menschen.

Warum? Weil Hollywood, die Bildzeitung und das Fernsehen uns Tag für Tag predigen was schön ist und was nicht? Weil es die Mächtigen der Welt sind, die uns sagen, was wir schön zu finden haben?
Weil uns Eltern, Geschwister und Freunde den Maßstab für Schönheit vorgegeben haben?

Jeder Me
nsch ist einzigartig. Wie eine Schneeflocke. Keiner gleicht dem Anderen bis aufs Haar.
Jeder hat seine eigenen Gedanken, seine eigene Welt.
Jeder Mensch ist kostbar.
Auch Du.


Alle Fotos: SnowChrystals.com